Zu viel Herz spaltet Twitter

Ein Sturm bricht herein, der Boden vibriert, die Bauern holen ihre Heugabeln aus dem Schuppen und zünden die Fackeln an, die nun einige Zeit in der morschen Holzkiste herummoderten. Nun war es eine Zeit lang ruhiger rund um den Hass gegen Twitter und seine Unternehmensentscheidungen, doch dann kam: gestern.

Twitter hatte offenbar die Entscheidung getroffen, die Fav-Sternchen durch Like-Herzchen zu ersetzen. Die Teilung der Twitter-Community war schnell zu erkennen. Und ja: Es ist eine absolute absurde Debatte, ob da nun Herzen oder Sternchen sind, macht in Wirklichkeit keinen allzu großen Unterschied allerdings gibt es ein paar recht interessante Aspekte an dieser Entscheidung die doch herausstreichenswert sind.

Prinzipiell bin ich Pro-Herzchen. Gerade in der heutigen Gesellschaft, wo "besorge Bürger"... pardon... Nazis, immer größer mit ihrem Fremdenhass präsent sind und große Teile der Gesellschaft in Gefahr geraten dem totalen Egoismus zu verfallen, ist es schön solche Zeichen zu setzen. Es sind oft die kleinen Dinge die positive Effekte haben, und ein Herz löst mit Sicherheit eher Positives aus, in einer Zeit in der viel über Negatives geredet wird.

Auf der Ebene der Produkt-Entscheidungen halte ich es allerdings für Irrsinn. Gerade jetzt wo Facebook versucht das Like-Problem, was man sich selbst geschaffen hat, irgendwie durch die Einführung zusätzlicher Emotionen, zu umschiffen, denken Entscheidungsträger bei Twitter, dass es eine gute Idee ist das relativ Neutrale fav, durch ein stärkeres Like zu ersetzen?

Es war klar, dass diese Entscheidung die Community aufregen wird. Ich weiß nicht warum Twitter diesen Schritt gegangen ist, da ein hohes Risiko der Unzufriedenheit bestand, und sich auch bewahrheitete, aber jetzt sind sie nunmal da und es ist doch auch schön endlich mal wieder ein bisschen Herz zeigen zu können.

Onatcer
Onatcer

20, Mensch des Planeten Erde, amateur photographer, blogger, @soulbottles volunteer
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