Ein richtiger Titel würde den Inhalt spoilern

Die Menschheit hat in den letzten Jahren ein sehr interessantes und witziges Druckmittel in ihre Hände bekommen. Na gut also wirklich neu ist es eigentlich nicht, aber vor allem durch die Beschleunigung unseres Lebens, wurde das "Spoilern" ein immer größeres Thema, und ist mittlerweile in die Alltagssprache übergegangen. Obwohl es eigentlich so harmlos klingt, kann die Spoilerei ein furchtbares, grausames ja gar WELTENZERSTÖRENDES Mittel sein um seine Mitmenschen zu quälen und unter Druck zu setzen. Und selbstverständlich ist es ein totales #firstwordproblem.

Durch den Serien-Trend den man ja mittlerweile auch als erfolgreich in Europa von den Amerikanern übergeschwappten bezeichnen kann, hat das Gespoilere nochmal auf ein anderes Niveau gehoben. Durch die vielen wöchentlich Folge-für-Folge ausgestrahlten Filmstücke, wird es fast unmöglich gemacht immer am aktuellen Stand zu sein. Und man wird es vor allem nie schaffen vor allen anderen, die die Serie auch noch schauen. Ein teuflisches System.

Da stellt sich natürlich die Frage: Ab wann darf man spoilern? Wann darf ich in öffentlichen Konversationen davon ausgehen, dass alle die eine Serienfolge oder einen Film sehen wollten (ist natürlich bei Büchern und allen anderen Medien genauso) sie/ihn/es auch konsumiert haben. Darf ich überhaupt irgendwann davon ausgehen? Oder muss ich immer alle an der Konversation beteiligten Mitmenschen vorher fragen? Wird es Zeit für eine Art Spoiler-Kodex? Mache ich mir einfach viel zu viele Gedanken um so ein vollkommen sinnloses Thema?

Wie man Spoiler zu seinem Vorteil einsetzen kann zeig übrigens dieser Lehrer aus Belgien. Vielleicht sind Spoiler auch einfach die Zukunft der Disziplinarmaßnahmen?
http://www.sueddeutsche.de/bildung/ungewoehnliche-erziehungsmassnahme-lehrer-bestraft-schueler-mit-game-of-thrones-spoiler-1.1921841

Es ist eines der genialesten Businessmodelle überhaupt und dabei ist wohl eher ein unbewusstes Nebenprodukt. Niemand will etwas gespoilert bekommen, denn es verringert das Konsumvergnügen enorm.

Doch es gibt auch eine positive Gegensichtweise: Vielleicht sollten wir es einfach als Weltverbesserungsaktion ansehen, weil wir durch die Angst vor Spoilern netter miteinander umgehen. Denn mit Sicherheit (ich erstell euch eine Statistik dafür wenn ihr mir sonst nicht glaubt) ist die Rate an nicht beidseitig gewollten Spoilern zwischen nicht einander mögenden Menschen deutlich höher.

Spoiler-Protip: Wenn ihr jemanden wirklich so gar nicht ausstehen könnt und ihm unbedingt eins reinwürgen wollt, erzählt ihm einen falschen Spoiler. Das ist noch viel schlimmer als ein richtiger Spoiler, denn er wartet die ganze Zeit auf den gespoilerten Moment, und hofft, dass dieser endlich vorübergeht, um sich wieder voll von der Story faszinieren zu lassen. Doch der Moment kommt einfach nicht. Und man kommt am Ende an und ist so richtig sauer.
Trust me. Been there, done that.

Ach übrigens: Walter stirbt.

Artikelbild by Jim Larrison on Flickr

Onatcer
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20, Mensch des Planeten Erde, amateur photographer, blogger, @soulbottles volunteer
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