Überlasst den Rassisten nicht auch noch die Drogen-Problematik

In den letzten Wochen poppte immer wieder ein Thema in den österreichischen Medien auf, welches ich nicht so bald wieder in der öffentlichen Debatte erwartet hätte: Drogen. Allerdings auch in einer anderen Debatte, als ich sie mir erhofft hatte: illegaler Drogenhandel. Vor allem in der Gegend um die Thaliastraße scheint der illegale Drogenhandel derzeit in Wien zu einem ernsthaften Problem zu werden. Die Anrainer*innen (vor allem jene mit Kindern) sind - aus irgendwie verständlichen Gründen - unzufrieden. Währenddessen hetzt die FPÖ auf allen Fronten gegen das Rot-Grüne Versagen in der Drogenpolitik und natürlich gegen die - großteils "ausländischen" - Dealer*innen. Dabei wäre die Lösung zur Abwechslung mal wirklich einfach.

Zugegeben die Legalisierung-Debatte war schon vor dieser Situation in Wien eine sinnvolle. Allerdings kommt nun ein neuer Aspekt dazu, der mich wirklich etwas wütend macht. Dass gewisse Drogen illegal sind hindert wohl kaum jemanden in Wien diese zu beschaffen, das ist also nicht wirklich ein Problem (und das Gesetzt glänzt irgendwie durch Sinnlosigkeit). Aber wenn Rassist*innen mit ihrem populistischem Unfug sowas nutzen können, um Wähler*innenstimmen zu bekommen ist Schluss mit lustig und das ist dann wirklich ein Problem!

Die aktuelle Drogenpolitik ist sinnlos

Was legal ist und was illegal wirkt wie aus den Fingern gezogen. Gerade jene Droge - Cannabis - die im illegalen Drogengeschäft am meisten im Umlauf ist, wird von so ziemlich allen Experten als harmloser als Alkohol eingestuft. Bis dato ist mir kein Argument bekannt, dass den illegalen Status von Cannabis in irgendeiner Weise rechtfertigen kann. Würde man nur Cannabis legalisieren wäre dies schon ein massiver Schritt zur Reduktion des illegalen Drogenhandels, mal ganz abgesehen von den Steuern, die man dadurch einnehmen kann und den Arbeitsplätzen, die dadurch entstehen.

Ein schon längst widerlegtes, aber immer noch populäres "Argument" behauptet "Cannabis sei eine Einstiegsdroge". Nicht nur, dass es dafür keinerlei nachweisbare Faktoren gibt, auch würde man durch eine Legalisierung Cannabis-Konsument*innen eben von den Dealer*innen wegbekommen, die meist alle möglichen anderen und gefährlicheren Substanzen anbieten. Diese würden also gar nicht so leicht in die Versuchung kommen andere Drogen auszuprobieren.

Keine Frage, es ist wichtig auf die Konsequenzen und Auswirkungen von Drogenkonsum aufmerksam zu machen und man darf keinesfalls irgendwelche Substanzen verharmlosen. Das gilt aber sowohl - und eventuell viel mehr - für Alkohol, als auch für derzeit illegale Drogen. Und durch Vorschriften und Kontrollen der Substanzen wäre zumindest sichergestellt, dass nicht noch andere deutlich gefährlichere Stoffe zur Streckung o.ä. hinzugemischt werden.

Die Legalisierung würden den Zugang erschweren

An diverse illegale Drogen zu kommen ist in der Realität oft einfacher als an Alkohol zu kommen. Keine Regulierungen, vor allem bezüglich des Alters. Gerade laut einiger jüngeren Studien könnte es sein, dass früher Cannabis-Konsum die Entwicklung des Gehirns beeinflusst. Durch eine Altersregulierung könnte man solchen Problemen entgegenwirken. Immer wieder muss ich daran denken, wie in einer deutschen Doku berichtet wurde, dass jemand seinen Drogendealer gebeten hat für ihn Alkohol zu besorgen, weil er anders nicht drangekommen ist. Dies ist mit Sicherheit ein überspitztes Bild und zeichnet den Erfolg von Altersregulierungen auf Alkohol schön, aber immerhin eine Szene zum Nachdenken.

Um logische Drogengesetze zu schaffen können wir auch gerne Alkohol verbieten, aber das wird nur zu noch mehr Problemen führen, also sehen wir den Tatsachen doch endlich in's Auge und hören auf unlogische gesellschaftlich entstandene Regeln als gottgegeben hinzunehmen. Nehmt den Rechten zumindest hier den Wind aus den Segeln, wir haben jetzt schon genug Probleme mit ihnen. Egal ob ihr Drogen konsumiert oder nicht, gegen Rechts zu sein muss genug Grund sein für eine Legalisierung zu einzustehen, von der keiner Schaden nimmt (und die wohl auch noch diverse wirtschaftliche Vorteile bringt).

PS.: Was uns wirklich zu denken geben sollte ist, dass so viele Menschen bereit sind in die Illeaglität zu gehen und Drogen auf der Straße zu verkaufen. Ist das unser toller Sozialstaat?

Onatcer
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20, Mensch des Planeten Erde, amateur photographer, blogger, @soulbottles volunteer
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